Copia

ist lateinisch und bedeutet Menge, Vorrat

Zur Zeit der Entstehung der Bilder in der Martinskirche war die 'Originalität' eines Bildes nicht wie im modernen Sinne dadurch definiert, dass der Künstler ein möglichst eigenständiges Bild aus sich heraus, aus seiner persönlichen Originalität, entwarf, sondern ein Bild war 'original', wenn es möglichst genau einem Vorbild entsprach. Hierzu standen den Künstlern Vorlagenbücher zur Verfügung, die eine Menge an Bildmotiven enthielten. Aus dieser Menge, der Copia, übertrugen (copierten) die Künstler dann das Motiv auf die Kirchenwand. Von daher leiten sich die heutigen Begriffe Kopie und kopieren her. Hier hat sich allerdings die Bewertung der Originalität verschoben: Es ist heute viel besser als früher möglich, exakt zu kopieren, aber es wird nicht mehr als originell angesehen.