Pseudo-Matthäusevangelium

Dieses Kindheitsevangelium zählt nur noch bedingt zu den apokryphen Schriften der ersten Christenheit, denn nach neuesten Erkenntnissen entstand es erst zwischen 600 und 625 nach Christus. Es war das Ergebnis von Spannungen zwischen kirchenleitenden Personen und dem Kirchenvolk. Es nahm die im Volk beliebten Geschichten aus dem Protoevangelium des Jakobus und dem Kindheitsevangelium nach Thomas auf, allerdings ohne die Passagen, die bei der oberen Kirchenleitung Anstoß erregt hatten. Ein wichtiges Thema dieses Evangeliums ist die Beweisführung, dass Maria auch nach der Geburt Jesu eine Jungfrau war.
Nachdem es in der Sammlung „Legenda aurea“ des Jacobus von Voragine aufgenommen wurde, fand es große Verbreitung und Glaubwürdigkeit.